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Wissensbeitrag / Stillzeit

Stillprobleme und mögliche Abhilfe

Meist sind Mutter und Kind schon nach kurzer Zeit ein eingespieltes Stillteam. Doch es kann auch Probleme geben, wie zum Beispiel wunde Brustwarzen, Milchstau oder eine Brustentzündung. Dann können einige Tricks helfen, die Schmerzen zu lindern.

Eine möglichst lange Stillzeit bietet dem Baby beste Voraussetzungen für einen optimalen Start ins Leben. Doch viele Mütter stillen früher ab, als sie es ursprünglich geplant hatten. Ein häufiger Grund dafür sind Stillprobleme durch Brustbeschwerden. Laut einer Studie leidet etwa ein Drittel der Mütter an Brustbeschwerden, die das Stillen beeinträchtigen, und jede vierte Stillende hatte schon mal eine Brustentzündung.

Häufig liegt die Ursache für wunde Brustwarzen in der Stillposition oder in der Saugtechnik des Babys. Gerade wenn das Kind nicht den gesamten Vorhof einsaugt, sondern nur an der Brustwarze nuckelt, kann das schmerzhaft sein. Deshalb sollten Stillende mehrere Stillpositionen ausprobieren, damit verschiedene Bereiche der Brust und der Brustwarze beansprucht werden. Außerdem empfiehlt es sich, von Anfang an eine Hebamme oder eine Stillberaterin hinzuzuziehen, die sie beim Stillen unterstützt.

Ein Milchstau äußert sich meist durch harte, gerötete, schmerzende und spannende Stellen in der Brust. Wie der Name andeutet, liegt die Ursache in angestauter Milch in einem Milchgang. Ein Milchstau tritt häufig dann auf, wenn das Baby seinen Stillrhythmus ändert und zum Beispiel seltener trinkt. Wenn die Milch nicht abfließen kann, bilden sich vermehrt Bakterien, die schließlich zu einer Brustentzündung führen können.

So kannst du Abhilfe schaffen

Bei wunden Brustwarzen kühlen und beruhigen Wolle-Seide-Stilleinlagen. Zudem heilt die gereizte Stelle meist wieder schnell, wenn sie mit einem Tropfen Muttermilch eingerieben wird. Auch Wollfett aus der Apotheke kann helfen. Eine Studie zeigt zudem, dass frühe Anzeichen bakteriell bedingter Brustbeschwerden durch die Aufnahme des Milchsäurebakteriums L. Salivarius gelindert werden können. Enthalten ist es zum Beispiel in einem Probiotikum, das zur diätetischen Behandlung bakteriell bedingter Brustbeschwerden für Stillende entwickelt wurde.

Bei einem Milchstau ist es wichtig, dass du die Milch unbedingt zum Abfließen bringst. Lege dein Kind zu Beginn einer Mahlzeit zuerst an der schmerzenden Brust an – und zwar so, dass sein Kinn auf die gestaute Stelle zeigt. Alternativ kannst du die gestaute Milch auch ausstreichen oder abpumpen.

Eine Brustentzündung (Mastitis) ist eine Infektion der Brustdrüsen und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Der Körper reagiert mit hohem Fieber und grippeähnlichen Symptomen, auch mit Übelkeit oder Schüttelfrost. Bitte nimm bei Verdacht auf eine Brustentzündung schnell Kontakt mit deinem Arzt auf – gegebenenfalls wird er dir ein Medikament verordnen.

1) Abou-Dakn M, Louwen F (2015) S3-Leitlinie: Brustentzündungen in der Stillzeit – Ein Thema für den Frauenarzt? Frauenarzt 56 (8): 668–70.

2) Arroyo R, et al. (2010) Treatment of infectious mastitis during lactation: antibiotics versus oral administration of lactobacilli isolated from breast milk. CID 50 (12):1551–8.

Schlagworte zum Beitrag

Milchstau Brustentzündung Stillposition Saugtechnik

Beitrag von Christina Frank-Eichberger

Christina Frank-Eichberger

Oecotrophologin und zweifache Mutter

Durch das Stillen ist der Nährstoffbedarf erhöht. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung der Mutter in dieser Phase sehr wichtig.

Christina Frank-Eichberger

Oecotrophologin und zweifache Mutter

Durch das Stillen ist der Nährstoffbedarf erhöht. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung der Mutter in dieser Phase sehr wichtig.

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