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Wissensbeitrag / Schwangerschaft

Folat bzw. Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft: Warum, ab wann und wie viel?

Die Bloggerin Daniela schreibt seit April 2010 auf ihrem Blog www.siebenkilopaket.de über den bunten Alltag ihrer Regenbogenfamilie und alles was dazugehört: Kochen, basteln, reisen, schöne Dinge und seit 2015 auch über ihren Sohn, das „Minikilopaket“. Da sie sich gut damit auskennt, hat Daniela für „die ersten 1.000 Tage“ einen Artikel zum Thema Folsäure verfasst. Hier erfahren Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch alles Wissenswerte zu diesem wichtigen B-Vitamin.

„Und, wann kommt das zweite Kind?“ Mir war gar nicht bewusst, wie schnell und vor allem wie häufig ich diese Frage zu hören bekommen würde. Kurz nach dem ersten Geburtstag des Kleinen ging es los: Freunde, Verwandte und sogar entfernte Bekannte wollten unbedingt wissen, wann sie (!) mit Nachwuchs rechnen konnten.

Der Kinderwunsch bei Regenbogenfamilien wie unserer ist keine so einfache Sache. Also zumindest keine, die locker flockig nebenbei läuft und mit wahnsinnig viel Spaß verbunden ist. Dafür kann ich ziemlich genau planen, ab wann ich anfange etwas kürzer zu treten und genauer auf meinen Körper zu achten. Schon lange vor dem Termin für die künstliche Befruchtung geht es los: ich fange mit der Einnahme von Folsäure an. Genauso wichtig ist es auch für Frauen mit Kinderwunsch, die ohne künstliche Befruchtung schwanger werden wollen, früh genug mit der Einnahme von Folat bzw. Folsäure zu beginnen. Sogar wenn sie bereits den positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten. Wieso? Das erkläre ich unten!

Was sind Folat und Folsäure?

Folat ist ein B-Vitamin, welches nicht von unserem Körper selbst produziert werden kann. Folsäure ist die synthetisch hergestellte Form von Folat. Die Beteiligung von Folat bzw. Folsäure an Zellteilung und -entwicklung sowie dem Stoffwechsel ist unumstritten. Einleuchtend, dass insbesondere Schwangere daher einen erhöhten Bedarf haben. Zumal Folat auch Fehlbildungen des Gehirns und des Rückenmarks (Stichwort Neuralrohrdefekt) beim Ungeborenen vorbeugt.
 Vor dem Hintergrund, dass die Zellbildung und -teilung insbesondere in der Frühschwangerschaft passiert und der Körper einige Zeit braucht, um einen gewissen Folsäurespiegel aufzubauen, sollte man am besten schon bei Kinderwunsch mit der Einnahme von Folsäure beginnen.

Folat bzw. Folsäure in Lebensmitteln

Einige Lebensmittel haben einen relativ hohen Folatgehalt und es soll Leute geben, die regelmäßig und gerne zu Rinderleber, Weizenkeimen, Kichererbsen oder Grünkohl greifen. Aber selbst wenn: hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn Schwangere sollten im ersten Schwangerschaftsdrittel z.B. auf Leber verzichten.
 Ja, es gibt leckere Rezepte mit Spinat, Brokkoli oder Aubergine, die auch etwas zum Folatspiegel beitragen können und ja, es ist theoretisch möglich die empfohlene Tagesdosis in ausreichender Menge über die Nahrung aufzunehmen. Allerdings sind Folate sehr hitze- und lichtempfindlich und können deshalb insbesondere durch die Zubereitung verloren gehen. Selbst wenn sie „überleben“ kann der menschliche Körper nur etwa die Hälfte der Folate aus Lebensmitteln aufnehmen. Was also tun?

Folsäure bei Kinderwunsch

Aus den o.g. Gründen sollte man möglichst schon bei Kinderwunsch darauf achten, ausreichend mit Folat versorgt zu sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt deshalb, dass Frauen bereits vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft und in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen täglich zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 μg Folsäure in Form eines Präparates zu sich nehmen sollten, die man rezeptfrei in allen Apotheken bekommt. Wer keine Tabletten mag, findet außerdem in den meisten Drogeriemärkten speziell angereichtere Produkte wie Müsliriegel für Schwangere, die speziell auf die Nährstoffbedürfnisse der Schwangeren zugeschnitten sind.

Genug ist genug

Folate lassen sich nicht überdosieren - Folsäure allerdings schon1. Es gibt Hinweise, dass eine Folsäure Überdosierung über einen längeren Zeitraum u.A. zu Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und sogar Depressionen führen kann.  Deswegen ist die Absprache mit dem Frauenarzt wichtig.

 

1https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/folat/#hfolsaeure

Schlagworte zum Beitrag

B-Vitamine Folsäure Nervensystem Entwicklung Nährstoffe

Beitrag von siebenkilopaket.de

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Das bunte Leben einer Regenbogenfamilie

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