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Wissensbeitrag / Kleinkindalter

“Mein Kind isst nur Butterkekse” oder wie man Kinder zu ausgewogener Ernährung erziehen kann

Inga ist Bloggerin, Heilpädagogin und Erzieherin. Auf ihrem Blog www.mamainhamburg.de berichtet sie über das Hamburger (Großstadt-)Leben mit Kleinkind. Für „die ersten 1.000 Tage“ schreibt sie über die Erfahrung in ihrem Job als Erzieherin in einer Kita und wie sie dort mit den individuellen Essgewohnheiten der Kinder umgeht. Was das mit Butterkeksen und Soße zu tun hat, lest ihr in diesem Artikel.

„Mein Kind isst nur Butterkekse”

Das ist so ein Satz, den ich als Erzieherin in der Kita bei Aufnahmegesprächen oft höre. Er ist die ungesündere Variante von “mein Kind isst nur Nudeln ohne Soße” und hat dennoch den gleichen Ursprung. Er kommt beide Male von den gleichen verzweifelten Eltern.

Natürlich könnte ich den Eltern sagen, dass sie ihrem Kind frühzeitig verschiedene, kindgerechte Lebensmittel hätten anbieten sollen oder ihnen einen Vortrag über gesunde Kinderernährung halten. Das mache ich aber nicht. Ich sage ihnen „okay, danke für die Info” und denke mir „schauen wir mal.” In neun von zehn Fällen sitzen wir nach spätestens einem halben Jahr wieder zusammen, reflektieren die erste Zeit in der Kita und die Eltern staunen Bauklötze, wenn sie erfahren, wie ihr Kind in der Kita Obst und Gemüse sowie Nudeln MIT
Soße isst.

Vergnügen, Lust und Appetit

Nein, ich kann nicht zaubern. Aber ich kann für eine ungezwungene Atmosphäre beim Essen sorgen, die nicht durch vergangene Diskussionen wie „iss noch die drei Bohnen, dann bekommst du ein Eis” vorbelastet ist und die frei von der Sorge ist, das Kind würde nie richtig Essen lernen. Dazu kommt in der Kita der Vorteil, dass andere Kinder mit am Tisch sitzen, die genau wie ich selbst vorleben, wie gut es schmeckt. Besonders diese
Gruppendynamik ist es, die in Kombination mit der entspannten Atmosphäre den Schalter umlegt.

„Das ist ja toll, aber zu Hause isst er nur Nudeln ohne Soße”, ist dann oft die Reaktion der Eltern. Manchmal auch ein noch Verzweifelteres „warum klappt das bei uns nicht?” Ich erkläre den Eltern dann, dass das in Ordnung sei. Ihr Kind hat bei uns in der Kita eine ausreichend große Portion gesundes Mittagessen gehabt, es wird nicht verhungern und es braucht keine weitere warme Mahlzeit. Das entspannt viele Eltern und wenn
das Kind dann am Wochenende Nudeln ohne Soße isst, dann geht die Welt davon auch nicht unter. Gern ermuntere ich die Eltern auch dazu, dass sie das, was ihr Kind in der Kita gerne isst, auch zu Hause auszuprobieren. Allerdings bitte ohne den Vorwurf: „Iss! In der Kita isst du das ja auch!”

Geduldig sein

Essen soll Spaß machen und nicht mit Zwang und Vorwurf verbunden sein. In der Kita ist es oft auch deshalb leichter, weil wir ohne belastete Vorgeschichte ganz von vorn anfangen können.

Wenn Eltern es schaffen, zu akzeptieren, was und wie ihr Kind isst, dann ist das Eis schnell gebrochen und ganz plötzlich sitzt der Nachwuchs Zuhause am Tisch und hätte gerne „mehr Soße!” zu den Nudeln.

 

Schlagworte zum Beitrag

Gesundheit Ernährung Kleinkind

Beitrag von Inga Menge

Inga Menge

Kleinkindmama, Erzieherin und Bloggerin

Die richtige Ernährung kann Allergien vorbeugen.

Inga Menge

Kleinkindmama, Erzieherin und Bloggerin

Die richtige Ernährung kann Allergien vorbeugen.

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