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Wissensbeitrag / Kleinkindalter

Experteninterview zum Thema Wasser trinken

Die Bloggerin Dajana schreibt seit Oktober 2013 auf ihrem Blog www.mitkinderaugen.com über ihren Familienalltag und die vielen, gemeinsamen Reisen. Frei nach dem Motto: „Das Leben an sich bietet genügend Inspiration. Besonders meine beiden Kinder.“ Für uns hat sich Dajana mit dem Thema Trinkgewohnheiten bei Kleinkindern auseinandergesetzt und die Ernährungswissenschaftlerin Mira Koppert dazu befragt. Im Interview erfahrt ihr als Eltern alles rund um das Thema Trinken und Trinkverhalten im Kleinkinder.

Mira erzähl doch mal! Wieso ist es wichtig, dass Kinder ausreichend trinken?
Der Körper von Kindern (und auch Erwachsenen) ist wie ein wassergetriebener Motor – um gut zu funktionieren, müssen die Zellen ständig ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Jede Minute werden bei ein bis zweijährigen Kindern etwa 700 bis 960 Milliliter Blut durch unsere Adern gepumpt! Das Wasser im Blut hilft dabei, Sauerstoff, Nährstoffe sowie Botenstoffe durch den Körper dorthin zu transportieren, wo sie für die gesunde Entwicklung des Kindes benötigt werden. Hinzukommt, dass Kinder ab dem Kleinkindalter kleine Entdecker sind. Sie wollen Krabbeln, Klettern, Springen, Toben! Damit der Kleinkind-Körper in dieser aktiven Zeit gut versorgt wird, ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.


Woran merke ich, dass mein Kind nicht genug trinkt? Ganz akut und vielleicht auch dauerhaft?
Durst ist ein Anzeichen dafür, dass ein Kind nicht genug trinkt. Vergessen Kinder durch Spiel und Sport, dass sie Durst haben, kann es schnell zu Konzentrations- und Leistungsstörungen sowie Müdigkeit kommen. Und ab einem Flüssigkeitsdefizit von 3 Prozent des Körpergewichtes wird weniger Speichel und Harn produziert. Es können Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Verstopfung auftreten.


Kann mein Kind zu viel trinken?
Nein, nicht bei normalen Trinkgewohnheiten. Außerdem neigen Kinder eher dazu, zu wenig zu trinken, da sich ihr Durstgefühl noch vollständig ausbilden muss und das Trinken bei Sport und Spiel schnell vergessen wird. Daher ist es besonders wichtig, dass Eltern mit einem guten Beispiel vorangehen, selbst regelmäßig trinken und ihre Kinder immer daran erinnern. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf, den Kleinkinder im Alter von 1 bis 4 Jahren über Getränke abdecken können, liegt nach den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 820 Milliliter (fünf bis sechs Gläser). Die genaue Menge ist abhängig vom jeweiligen Alter, Ausmaß der körperlichen Aktivität und Außentemperatur.


Muss trinken auch „gelernt“ werden, wie das Essen in der Beikost?
Ja, das muss es. Denn beim Umstieg auf den Becher erlernt das Kind eine andere Art des Trinkens. Musste es bisher saugen, fließt das Getränk beim Becher nun ohne Anstrengung in den Mund. Der Trink- und Schluckvorgang ist daher völlig anders. Um diesen zu erlernen, empfiehlt es sich daher mit sogenannten „Trinklernbechern“ zu starten. Zu jeder Mahlzeit sollte ein Getränk gehören und auch zwischendurch sollte das Kind Wasser oder andere ungesüßte Getränke trinken.


Zählen Lebensmittel (wie z.B. Suppen) auch zur Flüssigkeitsaufnahme?
Ja, denn auch Suppen und Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse enthalten viel Wasser und tragen somit zusammen mit Getränken zur Gesamtwasserzufuhr pro Tag bei.


Ich selbst kaufe kein Wasser - mit Kind und Kinderwagen ist mir das zu viel zum Tragen. Das Wasser in Deutschland aus der Leitung ist doch auch ok?
Unser Leitungswasser in Deutschland ist qualitativ einwandfrei. Die Verantwortung für die Wasserqualität wird bis zum Hausanschluss von den Stadtwerken übernommen. Ab dieser Stelle ist der Hauseigentümer in der Pflicht: Er trägt die Verantwortung dafür, dass sich die Qualität des Trinkwassers auf seinem Weg vom Wasserzähler bis zum Wasserhahn nicht verschlechtert und alle Grenzwerte eingehalten werden. Wer unsicher ist oder Bleileitungen im Haus hat, sollte besser zu natürlichem Mineralwasser greifen.


Ich habe einen Trinkmuffel zuhause. Wie kann ich mein Kind zum Trinken animieren?
Es ist sehr hilfreich gemeinsam mit Kindern Trinkrituale zu schaffen und diese aktiv zu pflegen, wie z.B. ein Glas Wasser als Start in den Tag oder zu jeder Mahlzeit. Eltern sollten hier ein Vorbild sein und mit gutem Beispiel vorangehen. Ein besonderer Trick ist auch das Trinken aus selbst bemalten Bechern oder Gläsern. Mit einer "Lieblings-Wasserflasche" für den Kita- oder Schulrucksack kann das Trinken auch unterwegs Spaß machen.


Ab wann ist es ok, einem Kind Apfelschorle, Sprite, Fanta und Co. anzubieten?
Wasser sollte generell die erste Wahl sein, da es am besten den Durst löscht und das ganz ohne Kalorien. Dies trägt zu einem gesünderen Lebensstil bei, besonders auch im Hinblick auf die Prävention von Übergewicht. Kleinkinder ab 1 Jahr dürfen auch Saftschorlen zwischendurch trinken. Das Verhältnis von Wasser und Saft sollte hier 1:1 sein. Als Durstlöscher ungeeignet sind süße Limonaden, Fruchtsaftgetränke und -nektare, da sie zu viel Zucker enthalten. Dies schadet den Zähnen und trägt langfristig zu Übergewicht bei. Auch Koffeinhaltige Getränke wie Cola sind ein Tabu für kleine Kinder.


Warum ist Wasser gut für den kindlichen Körper?
Wasser hat im kindlichen Körper wichtige Aufgaben: Es dient dem Aufbau und Erhalt der Körperzellen, als Lösungs- und Transportmittel von Nährstoffen und als Kühlmittel für die Regulation der Körpertemperatur durch die Schweißproduktion.


Der Wasseranteil im Körper eines Kindes ist bezogen auf sein Körpergewicht höher als der eines Erwachsenen. Bei Kleinkindern beträgt er ungefähr 75 Prozent, bei Erwachsenen etwa 60 Prozent Kinder scheiden mehr Wasser über den Harn aus und verlieren auch mehr Flüssigkeit über die Haut, da sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine größere Körperoberfläche haben. Sie haben dadurch einen viel größeren Flüssigkeitsbedarf als Erwachsene und reagieren somit auch empfindlicher auf Wassermangel, z.B. verursacht durch Hitze und Sport. Deswegen sollten Trinkwasser für Kinder immer griffbereit sein.

 

Schlagworte zum Beitrag

Trinken Kleinkind

Beitrag von Dajana Leppin

Dajana Leppin

Zweifachmama, Bloggerin, Redakteurin & Social Media Managerin

Gemeinsame Mahlzeiten mit der gesamten Famile sind mir sehr wichtig.Wir sprechen über unseren Tag und was uns bewegt

Dajana Leppin

Zweifachmama, Bloggerin, Redakteurin & Social Media Managerin

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