Wissen, Tipps & Austausch

Wissensbeitrag / Kleinkindalter

Entwicklung des kindlichen Geschmacks

Früh übt sich – das gilt auch für die Geschmacksprägung eines Kindes! Denn bereits im Fruchtwasser lässt es sich der Fötus im wahrsten Sinne des Wortes schmecken. Je mehr Geschmäcker das Kind während der Beikost und des Kleinkindalters kennenlernt, desto eher wird es diese auch später akzeptieren. Dabei ist Geduld gefragt, häufig müssen neue Lebensmittel mehrfach angeboten werden, bis sie akzeptiert werden.

Von Beginn an die richtigen Weichen stellen

Der Geschmackssinn und seine Entwicklung begleiten Eltern und ihr Kind von Beginn an. Geschmacksknospen beim Ungeborenen bilden sich bereits in der 10. Schwangerschaftswoche. Erste geschmackliche Eindrücke sind wenige Wochen später möglich, wenn die Geschmacksknospen beginnen, Signale über die sich entwickelnden Nerven des Fötus zu senden. Im letzten Trimester der Schwangerschaft ist der Geschmackssinn des Babys dann so ausgereift, dass es auf Geschmacksveränderungen des Fruchtwassers reagiert. So prägt die Mutter bereits frühzeitig durch ihr Essverhalten während der Schwangerschaft die Vorlieben ihres Kindes.

Ein Neugeborenes schmeckt bereits erste Geschmacksrichtungen wie süß, sauer und bitter. Mit etwa vier Monaten kann ein Baby dann auch salzigen Geschmack wahrnehmen. Süß wird von Babys jedoch bevorzugt. Diese Vorliebe ist angeboren und geht zurück in unsere Vergangenheit als Jäger und Sammler. Ungiftige und reife Früchte schmeckten zumeist süß, so dass diese überlebenswichtige Information sich evolutionär in unsere Gene eingeschrieben hat.

Auch während der Stillzeit wird unser grundlegender Geschmackssinn weiter geprägt und ausgebaut – wieder über die Essgewohnheiten der Mutter. So essen Kinder zum Beispiel Obst und Gemüse später lieber, wenn auch ihre Mutter während der Stillzeit diese häufiger gegessen hat. Eine Studie[1] legt nahe, dass Geschmacksstoffe aus der Nahrung in die Muttermilch übergehen können.

Du bist, was du isst

Mit Einführung der Beikost beginnt die Phase, in der das Kind weiter an neue Nahrungsmittel und damit an Geschmäcker gewöhnt wird. Löffel für Löffel entdecken Kinder immer etwas Neues. Dabei gilt: Je häufiger ein neuer Nahrungsreiz, sowohl das Mundgefühl als auch der Geschmack geboten wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Baby ihn mag. Übrigens muss ein unbekanntes Nahrungsmittel etwa 10 bis 16 Mal angeboten werden, bis es als vertraut und wohlschmeckend akzeptiert wird.

Nehmen Kinder im Kleinkindalter am Familientisch Platz, sind die Geschmacksorgane schon so weit ausgereift, dass die Kleinen alles schmecken können. Gleichzeitig nimmt für Eltern der direkte Einfluss auf das Essverhalten der Kinder mit deren zunehmender Selbstständigkeit und Willensbildung ab. Trotzdem haben Eltern weiterhin großen Einfluss auf die Geschmackserziehung. Sie bestimmen, was auf den Tisch kommt und beeinflussen so, was die Kinder kennen und dadurch mögen lernen. Doch Ernährungserziehung spielt im ersten Lebensjahr noch eine untergeordnete Rolle: Strenge Verbote („Iss keine Süßigkeiten“) oder Zwänge („Iss dein Gemüse“) können zu diesem Zeitpunkt einen negativen Einfluss auf das Essverhalten ausüben. Werden fett- und zuckerreiche Lebensmittel verboten, scheinen diese Lebensmittel für Kinder besonders reizvoll. Dabei ist Essen lernen vergleichbar mit Sprechen lernen: Nachahmung ist Triumph. Gehen Eltern mit gutem Beispiel voran, schauen sich auch die Kleinen ein gesundes Essverhalten bei ihren Vorbildern ab. Orientierung für den Kleinkind-Speiseplan bietet die Optimix-Pyramide.

Optimix als Grundlage

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) empfiehlt eine optimierte Mischkost, kurz Optimix . Die Ernährungspyramide, speziell auf die optimale Ernährung für Kinder zugeschnitten, zeigt auf, welche Nahrungsmittel in welchem Umfang in der Kleinkindnahrung enthalten sein sollten. 

1Mehr Informationen unter: http://www.nutricia-forum-muttermilchforschung.org/nfm/de/presse/presse_1.html 

Schlagworte zum Beitrag

Entwicklung Geschmacksprägung Geschmackssinn Kleinkind

Beitrag von Alexandra Rau

Alexandra Rau

Ernährungswissenschaftlerin

Eine kleinkindgerechte und ausgewogene Ernährung liefert die Nährstoffe, die für die Entwicklung deines Kleinkindes wichtig sind und trägt so zu seiner langfristigen Gesundheit bei.

Alexandra Rau

Ernährungswissenschaftlerin

Eine kleinkindgerechte und ausgewogene Ernährung liefert die Nährstoffe, die für die Entwicklung deines Kleinkindes wichtig sind und trägt so zu seiner langfristigen Gesundheit bei.

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