Wissen, Tipps & Austausch

Wissensbeitrag / Beikost

Unser Beikoststart für ein Kind mit Allergierisiko

Inga ist Bloggerin, Heilpädagogin und Erzieherin. Auf ihrem Blog www.mamainhamburg.de berichtet sie über das Hamburger (Großstadt-)Leben mit Kleinkind. Wie sie mit dem erhöhten Allergierisiko ihres Sohnes umgegangen ist, hat sie für „die ersten 1.000 Tage“ einmal zusammengefasst.


Sowohl mein Mann als auch ich haben Allergien, daher gilt unser Nachwuchs als Kind mit erhöhtem Allergierisiko. Um unserem Sohn den bestmöglichen Start in ein allergiefreies Leben zu ermöglichen, tauschten wir uns bereits vor der Geburt mit der Hebamme aus.
Unsere Hebamme riet uns dazu, das Baby mindestens sechs Monate lang voll zu stillen und erst danach langsam mit der Beikost zu beginnen. Falls das nicht ginge, sollten wir hypoallergene (HA) Milchnahrung geben.


Start mit der Beikost
Im Alter von 6 ½ Monaten begannen wir mit einer kleinen Portion Pastinakenbrei zum Mittagessen, der unserem Sohn sehr gut schmeckte und ihm auch gut bekam. Zwei Wochen lang blieben wir dabei, danach führten wir im Wochenrhythmus ein neues Gemüse ein. Es gab zum Beispiel Pastinakenbrei und Fenchelbrei oder Pastinakenbrei und Süßkartoffelbrei, immer eine Woche lang, um zu sehen, ob er beispielsweise mit Hautirritationen auf ein neues Lebensmittel reagiert. Um ihn mit den unterschiedlichen Geschmacksarten vertraut zu machen, war es mir wichtig, ihm die Breie getrennt anzubieten. Also nicht Pastinake und Fenchel gemischt, sondern getrennt. So konnte ich außerdem feststellen, was ihm besonders gut schmeckte.


Als wir später Brei mit Rindfleisch gaben, riet unsere Hebamme uns dazu, zur Unterstützung der Eisenaufnahme Apfelsaft statt Orangensaft zu verwenden. Auch bei der Obstauswahl waren wir zunächst zurückhaltend, wenn es um Zitrusfrüchte ging. Statt Mandarinen und Ananas kamen heimische Äpfel und Birnensorten sowie Pflaumen aus Omas Garten auf den Tisch. Beim Gemüse verzichteten wir anfangs auf Tomaten, aber seit er etwa ein Jahr alt ist, isst er auch diese.


Die Herausforderung: Milch-Getreide-Brei am Abend
Im Alter von 8 Monaten gab es zum ersten Mal abends einen Milch-Getreide-Brei. Hier hatten wir drei Möglichkeiten: Zubereitung mit Muttermilch, mit HA-Milch oder mit Kuhmilch. Diese Frage bereitete mir viel Kopfzerbrechen, da ich alles richtig machen wollte im Hinblick auf die Allergieprävention. Ich fand auch widersprüchliche Aussagen zum Thema Kuhmilch im ersten Lebensjahr bei Kindern mit Allergierisiko.


In Absprache mit der Hebamme und der Kinderärztin entschieden wir uns, Bio-Kuhmilch zur Hälfte mit Wasser zu mischen und daraus den Milch-Getreide-Brei zu kochen. Dies schmeckte unserem Sohn sehr gut, doch wenig später erbrach er den Brei. Daher reduzierten wir den Kuhmilchanteil stark: Statt 50 Milliliter Kuhmilch und 50 Milliliter Wasser (wir kochten damals nur die halbe Portion, später wurden es jeweils 100 Milliliter Wasser und 100 Milliliter Milch) nahmen wir 95 Milliliter Wasser und 5 Milliliter Kuhmilch. Das vertrug er und wir blieben eine ganze Woche dabei. Dann steigerten wir den Kuhmilchanteil sehr langsam. Von 93 Milliliter Wasser und 7 Milliliter Kuhmilch zu 90 Milliliter Wasser und 10 Milliliter Kuhmilch. Tag für Tag gaben wir zwei bis drei Milliliter mehr Milch. Nach zwei Wochen machten wir in 5 ml Schritten weiter bis wir irgendwann bei 50 Milliliter Wasser und 50 Milliliter Kuhmilch angekommen waren. Möglicherweise war das übervorsichtig, aber so hatte sein Körper genügend Zeit, um sich an die neue Nahrung zu gewöhnen.


Ernährungsfahrplan im ersten Lebensjahr
Seit seinem ersten Geburtstag trinkt er nun auch Kuhmilch und isst Joghurt. Im ersten Lebensjahr haben wir, abgesehen vom Milch-Getreide-Brei, auf Kuhmilch verzichtet. Nur zwei Mal kam es vor, dass er auf ein neues Lebensmittel mit leichtem Hautausschlag reagierte. Bei Karotten und bei Weizennudeln. Beides nahmen wir für einen Monat vom Speiseplan und versuchten es dann erneut mit Erfolg.


Auch bei einem Allergierisiko sind die Empfehlungen zur Beikosteinführung die gleichen wie bei Kindern ohne Allergierisiko Die gute Nachricht ist also: die Beikosteinführung lässt sich trotz Allergierisiko meistern. Besonders wertvoll war in dieser Zeit die Beratung durch die Hebamme und die Kinderärztin.

Schlagworte zum Beitrag

Milch Brei Ernährung Allergie

Beitrag von Inga Menge

Inga Menge

Kleinkindmama, Erzieherin und Bloggerin

Die richtige Ernährung kann Allergien vorbeugen.

Inga Menge

Kleinkindmama, Erzieherin und Bloggerin

Die richtige Ernährung kann Allergien vorbeugen.

Eigenen Tipp einreichen

Teilt eure Tipps zu den 1.000 Tagen mit uns und der Community. Wir freuen uns auf eure Ratschläge.

Tipp einreichen

Kennst Du schon ...

    • Eine Initiative von

    • Unterstützt durch

Was Du in den Ersten 1.000 Tagen isst und wie Du
lebst, beeinflusst Dein gesamtes späteres Leben.

  • Unterstützt durch

Cookie Verwaltung

Wir benutzen Cookies, um Ihnen unsere Internet-Services zur Verfügung stellen zu können. Diese Services beinhalten user-log-ins, Einstellungen zu den bevorzugten Sprachen und Sicherheitseinstellungen. Diese Cookies sind notwendig, um diese Webseite betreiben zu können und sind daher fortlaufend aktiv. Neben diesen unbedingt erforderlichen Cookies gibt es folgende weitere Cookies, die Sie de- oder aktivieren können: