• Magdalena Neuner spricht über die Bedeutung der ersten 1.000 Tage

    Mutter & Olympiasiegerin

Magdalena Neuner im Interview

In den ersten 1000 Tagen im Leben eines Kindes hat die Ernährung von Mutter und Kind neben anderen Umweltfaktoren einen großen Einfluss auf die Entwicklung und die spätere Gesundheit des Kindes. Als Sportlerin hat Magdalena Neuner schon früh ein starkes Bewusstsein dafür entwickelt, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des eigenen Körpers ist. Mit großer Begeisterung setzt sie sich deshalb als Botschafterin der „die ersten 1.000 Tage“-Initiative dafür ein, dass Kinder von Anfang an die optimale Ernährungsgrundlage für einen bestmöglichen Start ins Leben erhalten. Denn als Mutter von zwei Kindern versteht sie umso mehr die Wichtigkeit gesunder, frisch zubereiteter Mahlzeiten. Aber auch eine Prise Humor gehört für sie dazu, wenn man Kinder großzieht. Wir sprachen mit ihr über die Ernährung ihrer Tochter Vreni.

  1. Das Thema Ernährung war für dich als Sportlerin und aktiver Mensch immer sehr wichtig. Wenn du für deine Kinder kochst, worauf achtest du besonders? Hast du eine „goldene Regel“ für die Ernährung deines Kleinkindes?
    „Ich achte immer darauf, frisch und ausgewogen zu kochen. Mir ist es auch wichtig, saisonal einzukaufen. Natürlich muss man als Mama auch Zeit investieren, für seine Kinder zu kochen und es ihnen auch noch schmackhaft zu machen. Das ist oftmals auch anstrengend. Aber ich denke mir immer, es lohnt sich. Ich habe dann einfach ein gutes Gefühl, wenn ich weiß, meine Kinder haben gut gegessen.“
  2. Verzehrsstudien zeigen, dass viele Kinder in Deutschland häufig nicht die Menge an Vitamin D aufnehmen, die sie eigentlich benötigen würden. Produkte wie Kindermilch, die in der Zusammensetzung der Empfehlung der DGKJ (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.) folgen, liefern Vitamin D und sind auf die Ernährungsbedürfnisse von Kleinkindern abgestimmt. Gibt es bei euch zu Hause Kindermilch?
    „Wir sind immer viel draußen, um Sonne zu tanken. Wenn das Wetter mal nicht mitspielt, biete ich meiner Tochter auch mal spezielle Milch für Kleinkinder an. Weil ich weiß, dass sie im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung einen positiven Beitrag auf die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen wie z.B. Vitamin D haben kann.“
  3. Wie begeisterst du deine Kleine für gesundes Essen?
    „Gemüse biete ich ihr mittags einfach immer wieder an. Meine Tochter nehme ich zum Beispiel auch mit zum Einkaufen. Dann fragt sie mich auch oft „Was ist das?“. Beim letzten Mal habe ich zum Beispiel Ananas gekauft und da hat sich mich auch gleich gefragt, was ich da in den Einkaufswagen lege. Als ich ihr erklärt habe, dass das eine Ananas ist, meinte sie sofort: „Ihh, Ananas, ich hasse Ananas!“ Da konnte sie noch gar nicht wissen, wie Ananas schmeckt. Zu Hause habe ich daraus einen Smoothie gemacht und sie hat gar nicht gemerkt, dass Ananas drin war. Der hat ihr sehr gut geschmeckt. Man muss eben nur kreativ sein.

    Gerade im Kleinkindalter hilft es wenig, wenn man die Kinder mit Druck dazu bringen möchte, gesund zu essen. Deswegen lege ich ihr beim Spielen auch oft mal zurechtgeschnittenes Obst und Gemüse unauffällig hin und verschwinde dann wieder. So kann sie das Essen in Ruhe kennenlernen, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen, und irgendwann probiert sie es schon ganz von selbst.“
  4. Ist deine Tochter experimentierfreudig, wenn es ums Essen geht?
    „Ich biete ihr viele Dinge, wie zum Beispiel Gemüse, einfach immer wieder an. Da muss man als Eltern auch hartnäckig sein und dran bleiben. Wenn zum Beispiel ihr Lieblingsessen, Nudeln mit Tomatensauce, auf dem Tisch steht, isst sie ohne Probleme. Suppen im Allgemeinen mag sie auch sehr gerne und komischerweise auch Rosenkohl, den viele Kinder nicht mögen. Bei anderen Dingen, wie zum Beispiel Vollkornbrot, muss ich sehr hinterher sein und mir immer ganz viel einfallen lassen.“
  5. Hast du einen Tipp für Mamas, die mit ihren Kleinkindern am Essenstisch „verzweifeln“? Gibt es Tricks mit denen du Vreni Lebensmittel, die sie nicht mag, schmackhaft machen kannst?
    „Meine Tochter mag zum Beispiel Rosenkohl, obwohl Kinder Rosenkohl eigentlich gar nicht mögen. Vielleicht liegt es daran, dass ich ihr immer erklärt habe, dass es kleine Fußbälle sind. Und gestern gab es mittags Teddybären-Zaubersauce. Meinen Zauberaufstrich findet sie auch super. Obwohl der Zauberaufstrich eigentlich ein Kichererbsen-Aufstrich ist. Man muss eben nur kreativ sein, um es Kleinkindern schmackhaft zu machen.

    Vor fünf bis sechs Wochen hat unsere Kleine nicht so gerne Karotten oder Äpfel als Rohkost gegessen, aber seit sie mitbekommen hat, dass Pferde beides auch sehr gerne essen, möchte sie auch unbedingt immer Äpfel und Möhren essen. Ich schneide ihr dann das Obst und Gemüse in unterschiedliche Formen, damit es interessanter ist und sie es besser essen kann. Mango verstecke ich zum Beispiel oft in einem selbstgemachten Smoothie, damit die Konsistenz anders ist. Dann kann sie sich völlig auf den Geschmack konzentrieren und hat weniger Vorurteile.“
  6. Kochst du manchmal mit deiner Kleinen zusammen?
    „Wenn ich koche, kommt sie zu mir in die Küche und sagt „Ich helf dir, Mama!“, und dann will sie mitschauen und mit ihrem Kindermesser mitschneiden. Mit ihrem Kindermesser darf sie dann auch beim Gemüse schneiden helfen. Oder sie macht die Spüle sauber. Dann steht zwar alles unter Wasser und sie ist klitschnass, aber ich freue mich, dass sie sich dafür interessiert, was ich koche.“
  7. Kochst du für deine Kleine und euch als Eltern dieselben Gerichte?
    „Wir haben mit unserem Sohn ein Stillkind und unserer Tochter ist im Kleinkindalter. Da muss man schon ein wenig einfallsreich sein, um allen Familienmitgliedern die nötige Portion Nährstoffe mitzugeben. Denn keiner kocht vier unterschiedliche Gerichte mittags. Vielleicht denken deshalb viele Eltern, wenn das Kind ein Jahr alt ist, soll es alles ganz normal mit den Eltern mitessen. Aber man muss sich schon bewusst machen, dass es auch mit einem Jahr noch kein kleiner Erwachsener ist. Ich koche zwar schon immer für uns alle, aber da Kleinkinder eben besondere Ernährungsbedürfnisse haben, richte ich mich beim Kochen einfach nach Vreni. Ich mag das Essen auch nicht so stark gewürzt, das mochte ich noch nie. Mein Mann würzt es sich dann einfach ein bisschen nach. Ich nehme zum Beispiel überhaupt keine Geschmacksverstärker und koche nur frisch, auch Saucen und Suppen etc. Oder ich stelle für Vreni etwas beiseite und gebe danach für meinen Mann und mich noch weitere Zutaten dazu, wie Gewürze oder Sahne. So hat man in einem Arbeitsgang zwei Gerichte.“
  8. Was kommt bei euch auf den Tisch?
    „Wir essen mittags und abends immer zusammen. Mittags essen wir warm und abends gibt’s meistens eine Brotzeit. Zwei Mal am Tag warm kochen, das ist mir vor allem mit zwei Kindern einfach zu viel. Dann gibt es abends eben Vollkornbrot und Aufstriche. Oft koche ich auch meinen „Power“-Eintopf, mit vielen guten Zutaten. In dem Eintopf stecken viel Gemüse und auch ein wenig Fleisch, also viel, was der Körper braucht – und der schmeckt jedem von uns.“
  9. Kleinkinder sind oft sehr aktiv – siehst du das bei deiner Tochter auch?
    „Und wie! Meine Tochter ist immer in Action, da sie mittlerweile auch keinen Mittagsschlaf mehr macht. Da kommt man manchmal gar nicht hinterher. Gegen halb sieben abends liegt sie dann aber auch hundemüde im Bett und schläft schnell ein, damit sie tagsüber wieder Vollgas geben kann. Wenn man sie so in Action sieht, versteht man, warum die Ernährung so wichtig ist.“
  10. Wissenschaftler sagen, dass Kleinkinder einen erhöhten Nährstoffbedarf haben, weil sie immer in Bewegung sind – was hältst du davon und wie achtest du darauf?
    „Ich habe mich am Anfang immer mit Büchern und Rezepten informiert, ich glaube das machen die meisten Mamas. Und damals gab es ja die 1000 Tage-Rezeptbüchlein noch nicht. Ich denke, die wenigsten kochen einfach so drauf los. Die Rezepte der „Erste 1000 Tage“-Kampagne haben mir sehr geholfen. Sie liefern viele Grundideen, damit man weiß, was man für Kleinkinder alles kochen kann. Die Rezepte kann man dann auch immer wieder variieren oder auch zum Beispiel saisonal im Herbst mal einen Kürbis dazu nehmen.“
  11. Welche Snacks hast du dabei, wenn ihr unterwegs oder im Garten seid?
    „Im Sommer habe ich zum Spielen im Garten oft kleingeschnittenes Obst für sie dabei. Während sie spielt, nimmt sie sich immer mal wieder ein Stückchen weg. Ich achte auch darauf, dass ich ihr immer mal anderes Obst anbiete. So hat sie einen gesunden Snack und lernt auch gleichzeitig unterschiedliche Obstsorten kennen.“
  12. Wie wichtig ist es dir mit deinen Kindern draußen zu sein?
    „Wir sind viel draußen an der frischen Luft zum Sonne tanken. Damit stärken wir unser Immunsystem, sorgen dafür, dass wir ausreichend mit Vitamin D versorgt sind und Vreni kann sich richtig austoben. Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, waren wir im Sommer den ganzen Tag draußen im Wald. Unsere Tochter ist genauso gerne draußen und freut sich auch schon, wenn ihr kleiner Bruder endlich mitspielen kann.“
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